Lago di Como

Und abermals hat uns der Comersee in seinen Bann gezogen. Seine grandiose Bergwelt, der von Wellen gepeitschte See und die von Gegensätzen nur so gespickte Landschaft, mediteranes Uferflair, touristische Orte mit Seevillen, aber auch die halb verfallenen Bergdörfer und einfach gehaltenen Siedlungen im Hinterland, riesige Kastanienwälder, einsame Schluchten und Almen sind immer wieder ein Abenteuer wert. Ganz zu schweigen von der bergamottgeschwängerten Luft, die jede Auffahrt in ein Dufterlebnis verwandelt.

Der Comersee ist ein anspruchsvolles Bikegebiet. Dies durften wir heuer mehrmals bei unseren gewählten Touren am eigenen Leib erfahren. Doch hat man sich die kleinen Straßerl mit diesmal bis zu 30% Steigung hinaufgeschraubt, wird man belohnt mit sagenhaften Ausblicken ins Tal und in die umliegende Bergwelt Italiens und der Schweiz bzw. mit einer kleinen Rast in dem einen oder anderen Rifugio – was gibt es besseres als einen kleinen Espresso mit Strudel vor dem Downhill, der sich meist um die 1000 hm zum Seeufer hinunterschlängelt!


Wobei unsere erste Tour gleich mit einem kleinen Desaster begann. Wir starteten wieder einmal zur Alpe Rossa und sie hat uns abermals bei der Hälfte abgeworfen. Durch Zufall stellte Jürgen bei einer kleinen Verschnaufpause fest, dass sich eine Schraube des Hinterbaus verabschiedet hatte.  Man kann sich vorstellen, wie groß die Frustration war . Mit einem Kabelbinder wurde der Hinterbau fixiert und Jürgen begab sich wandernd/rollend auf der Forststraße zurück nach Colico, während Karin den Trail der Locals ins Tal brauste 😉 Naja, auf jeden Fall fanden wir im 30 Kilometer entfernten Chiavenna Hilfe bei Ruote Dentate der aus einer ordinären Aluminiummutter eine Spezialschraube für Jürgens Hinterbau bastelte. An dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank an die Burschen des Bike Shops!!!


Die Sicherung des Hinterbaus war auch dringend nötig, denn vor allem die Tour von Mandello auf die Piran dei Resinelli hatte es in sich. Eine Auffahrt, die an unsere Konditonsgrenzen ging, da einige Kilometer mit bis zu 30% Steigung zu bewältigen waren und der Rest so um die 15-20%. Oben angekommen gab es, für uns eher selten aber diesmal ein Muss, einen Einkehrschwung im Rifugio Tana del Nibbio, wo unsere Kraftreserven aufgetankt wurden, bevor wir uns in den Downhill stürzten. Beim Schmausen konnten wir den gezackten Kamm der Grigna Meridionale so richtig bewundern und genießen. Die Abfahrt war abwechslungsreich, von unregelmäßigen Geländestufen, Wurzeln, losen Steinen und flacheren Passagen, war alles vorhanden. Die Tour war anstrengend schön, aber nach unserem Ruhetag folgten noch feinere und vor allem besonders die Abfahrten wurden cooler!!!

So etwa auf dem Monte Muggio oder auf der Monti die Vercana oder auf San Bartolomeo.
Besonders beeindruckend fanden wir den Monte Muggio. Losgedüst sind wir von Vendrongo, oberhalb der Ufergemeinde Bellano gelegen. Die Almen der Gipfelregion dienen im Winter als Skigebiet und im Sommer findet der Wanderer und Mountainbiker eine fantastische Aussicht und tolle Wege zum hiken und biken. Der obere Teil der Abfahrt war steil und geprägt von losem Stein und verblockten Kurven. Erst ab der Alpe di Tedoldo wurde der Trail zum Genuss. Er schlängelte sich durch Wälder und über Wurzeln hinunter und man kam fast gar nicht mehr aus dem Flow heraus, hätten einem nicht die Mulattiera am Ende kurz vor Vendrongo ausgebremst. Auch unsere letzte Tour war vom Prädikat wunderbar.

 

Wie ihr schon bemerkt haben dürftet, hatten wir dieses Mal mehr Wetterglück als im April 😀  Wir schraubten uns exakt 1.006 hm hoch zur Kapelle San Bartolomeo. Nach kurzer Regeneration ging es dann hinunter zur Agritura Giacomino auf due Espressi und anschließend stiegen wir schon in den DH ein, der mit sagenhaften Ausblicken auf den Lago di Mezzola und das Val di Ratti glänzte. Für Karin und diesmal auch für Jürgen waren zwei kleine Schiebepassagen dabei. Zwei extrem technische Felsstufen zwangen uns zum Absteigen. Dazwischen war der Wanderweg aber vom Feinsten. Flowig durch Birkenwälder und entlang des Berges, rrrrr…wie herrlich.

 

 


Unsere beiden kleineren Touren auf die Monti di Vercana und der Santa Croce Trail waren ebenfalls super zum Runtershredden und wurden am See mit Gelato belohnt.

 


Ja, wer genügend Biss für steile Auffahrten und Lust auf atemberaubend flowige, technische und fordernde Trails hat und sich nach getaner Bikefahrt ins kühle Nass stürzen möchte, ist am Comersee bestens aufgehoben. Wir würden uns freuen, falls wir dich inspiriert haben diese Gegend biketechnisch zu erkunden uns Feedback zu geben, wie es dir so am Lago di Como ergangen ist. Außerdem stehen wir euch gerne bezüglich Kartenmaterial und detailierten Infos zur Verfügung. Wir freuen uns auf deine Fragen und den gemeinsamen Austausch.

Ach ja, an- und abgreist sind wir wieder mit unserem lovely Camper über den beautiful Maljoapass, den wir auch gleich zum Shooting Place für unsere neuen Häferl erkoren haben 🙂

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