Brixen Biketestival 2017

Unser Besuch auf dem Biketestival in Brixen war ja wirklich eine Hauruckaktion. Donnerstag abends noch fleißig mit dem Photo-Bulli arbeitend unterweg, Freitag in aller Herrgotts Früh schon unterwegs nach Südtirol. Und alles nur um ein paar Neuerscheinungen unter den Bikes in atemberaubender Landschaft zu genießtesten 😀 

Unsere Vorfreude auf die zu testenden Mountainbikes wurde jedoch gleich nach unserem ersten Rundgang am Testival Gelände etwas getrübt. Denn bei Cube gab es weder das Sting 140 noch das Stero 140 zum Verleih, wegen denen wir eigentlich die Reise in den Süden unternommen hatten. Doch alles im Leben hat einen Sinn und so sind wir am Samstag, nach einer etwas frischeren Nacht am Fuße der Plose mit herrlichem Panormablick nach Brixen, gut gelaunt die restlichen Aussteller abgeklappert.

Und siehe da, auch andere Firmen haben tolle Mountainbikes 😉 wenngleich auch leider hier der E-Bike Wahnsinn um sich gegriffen hat. So verbrachten wir den Vormittag testender Weise mit einem Radon Slide 160 9.0 bzw. einem Swoop 170 aus der aktuellen 2017er Modellreihe. Richtig nette Feger. Das Slide 160 war ausgestattet mit einer Rock Shox Pike RCT3 Federgabel, mit Magura MT5 Bremsen, einem Rock Shox Monarch RT Dämpfer, einem Race Face Turbine Basic Vorbau, Schwalbe Hans Dampf Bereifung, einer Rock Shox Reverb Stealth  und einem unsagabar leichten Gewicht von 12,6 kg. Es kletterte den Testtrail, der sich eigentlich als Uphill Flow trail für E-Bbiker entpuppte, ganz brav nach oben. Selbst an sehr steilen Stellen und derer gab es auf den 5 up hill Kilometern mit 506 Höhenmetern einige. Bergab lieferte es eine sehr geile Performance. Es schluckte mit seinem Federweg und den 27,5 Zoll Reifen so gut wie jede Wurzel und lief in den Steinpassagen sehr ruhig und gut kontrollierbar. Es ist definitiv eines von der Sorte Bikes, wo man sich drauf setzt und sich wohlfühlt.

Das von Jürgen ausgeborgt Radon Swoop mit heißen 170 mm Federweg an der Front als auch am Heck war am Trail bergab eine richtige Rakete. Laufruhig und doch wendig und verspielt zugleich bügelte das Bike alle Unebenheiten mit gutem Feedback sicher weg und lud an kleinen Kanten und Kuppen sofort zu etwas Airtime ein.

Jetzt hatten wir Blut geleckt. So musste nach einer klitzekleinen Mittagspause ein weiteres Testbike her. Da uns Canyon wie schom am Morgen vertröstete (alle Bikes waren innerhalb weniger Minuten vergeborgt und nach Mittag auf geführten Touren unterwegs), grasten wir das gesamte Glände ab. Das Ausleihen von Testbikes war beim gesamten Testival sowieso eine Sache für sich. Das ganze Spektakel startet eigentlich um 9 Uhr in der Früh, aber die Leute stehen schon so ab 8 Uhr an um „ihr“ Lieblingsbike zu ergattern. Ein Irrsinn. Und dann stand doch am Sonntag tatsächlich eine junge Lady aus dem benachbarten Oktoberfestland vor uns und erzählte, dass sie am Vortag den ganzen Tag mit einem einzigen Radon-Bike unterwegs war!!! Wie soll man da die Möglichkeit bekommen möglichst viele verschieden Räder testen zu können, wenn ein paar Leute so asozial sind und sich ein Mountainbike von 9-17 Uhr einnähen?!

 

 

Auf jeden Fall gab´s für uns am samstäglichen Nachmittag nix mehr. Kein Canyon, kein Cube, kein Scott, kein Rocky Mountain,… Naja. Dann sind wir halt bei Simplon gelandet. „Schaun ma halt bei den Österreicheren ah vorbei.“, dachten wir uns. Und siehe da, das Simplon Team, das echt freundlich, informativ und trotzdem lässig war, hatte noch was zum Ausborgen. So kam es, dass wir den Uphill Flow Trail beim zweiten Mal mit einem Simplon Rapcon 160 erklommen. Leider hatten sie nur mehr eine 18 Zoll Ausführung für mich, doch schon nach wenigen Metern bergan war ich begeistert und gezeichnet durch ein fettes Grinsen.

Das Rapcon ist ein sehr unscheinbares und auf den ersten Blick unspektakuläresFully, das mit top Komponenten ausgestattet ist und in jeder Situation einfach ganz unspektakulär funktioniert und das super gut. Mit den Rädern kraxelten wir mir nix dir nix nochmals 500 Höhenmeter hoch. Bergab war es durchaus vergleichbar mit dem Radon. Ausgestattet war es mit dem Rock Shock Super Deluxe Dämpfer, der Rock Shox Pike Federgabel, Schwalbe Fat Albert Bereifung auf DT-Swiss Laufrädern und einer kompletten Shimano XTR Schalt- und Bremsgruppe (der Umwerfer ist abschraubbar, wodurch man die Möglichkeit hat, zwischen Zweifach- und Einfach-Antrieb zu wählen).

Außerdem kann man durch einen Flip-Chip an den Ausfallenden die Kettenstrebelänge einstellen, wodurch man auch B+ Reifen mit bis zu 2,8 Zoll Breite montieren könnte. Besonders fein ist auch, dass alle Seilzüge im Rahmen verlegt sind und nicht am Ober-Unterrohr herumbaumeln.

Es ist halt nicht das Zierlichste und ein etwas flacherer Steuerrohrwinkel hätte laut Jürgen für etwas bessere Downhillperformance auch nicht geschadet. Doch auf Äußerlichkeiten lege ich sowieso nicht viel Wert und ob ein Normalofahrer wie ich einen Unterschied von 0,5 Grad am Steuerrohr merken würde, glaube ich nicht. Großes Lob an Simplon. Echt feines Gerät. Am Image fehlt´s  halt leider noch ein bisschen. Denn Sipmlon steht bei den meisten von uns wahrscheinlich immer noch für erstklassige Rennräder und Cross Country-Bikes und nicht für so ausgewogene und fast schon unauffällig gut performende Endurofullys wie es das Rapcon 160 ist.

Alles in allem war es trotzdem fein. Die Trails, die Gegend und die Stadt sind supermegaspitze. Doch die irre vielen Leute und die leider immer wieder rücksichtslosen E-Biker dämpften den Spaß etwas. So z.B. wurden wir bei einem Überholmanöver bergauf auf wurzeligem, handtuchbreitem Trail abgedrängt und zum Ausweichen gezwungen um eine Kolission zu vermeiden. Auf all das kann ich mit Leichtigkeit verzichten. Die nächsten Ausfahrten werden ohne Menschenmassen, Leistungsdruck und E-Bike Tempo bergauf von Statten gehen. Eher relaxed, mit Freude und vollem Spaß in der Einsamkeit der Wälder und Berge die Trails shredden. Ja, das hört sich gut an. Ein bisschen Ballance zwischen Einsamkeit und Gewusel muss man sich wahren 🙂

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