Der Ötscherpenis

Es ist was passiert. Das ganze südliche Mostviertel hat nur mehr ein Gesprächsthema, den Penis. Da hat doch glatt jemand einen Holzphallus nahe dem Ötschergipfel plaziert. Das löst schon mal die eine oder andere Debatte, nicht nur in Bergsteigerkreisen aus 🙂 

Als Phallus wird heute der erigierte Penis des Menschen bezeichnet. Doch schon seit Jahrtausenden gilt er als Symbol für Kraft und Fruchtbarkeit. Seine kultische Verehrung ist auf der ganzen Welt durch Funde, Schriften, Malerein,… bezeugt. Auch Hinkelsteine, so genannte Menhire, Türme oder Maibäume werden als Phallussymbole bzw. Fruchtbarkeitssymbol gedeutet. Vielleicht haben ja auch schon die Kelten, die um 400 v. Chr. in dieser Gegend siedelten und dem Ötscher den Grundstein für seinen Namen gaben, „ocan“ (Vaterberg), mit einem Pahllussymbol am Gipfel geliebäugelt. 🙂 Über 2000 Jahre später ist es nun so weit. Ein noch unbekannter Künstler hat am Votaberg einen Penis aus Holz  errichtet und die Bezirkspresseberichterstattung gewaltig aufgemischt.

 

Auch wir wollten uns dieses Kunstwerk nicht entgehen lassen und statteten dem Ötscher einen Besuch ab.  Wir fuhren schon am Freitag mit unserem Campingbus nach Eibenboden, wo wir bei absolut traumhaftem Ambiente die Nacht und den Morgen verbrachten, bevor es nach der Arbeit per Mountainbike auf den Blassenstein ging.

 

 

 

 

Dieser war in gewohnter Manier lehmig, rutschig und sowohl der Auf- als auch der Abstieg von zahlreichen umgestürzten Baumriesen blockiert. Der Untergrund wurde mir, wie schon so oft auf dem Blowstone, zum Verhängnis und brachte mich, wegen zugeschmiertem Reifenprofil und zu viel Druck im Schlauch zu Fall. Leider so blöd, dass sich der Lenker in die linke Seite des Brustkorbes bohrte und eine Prellung die Folge war. Aber ich bin ja hart im nehmen 🙂

 

 

So gelangten wir gegen Abend nach Lackenhof, wo wir am Parkplatz bei der Fuchswiese einen perfekten Standplatz fanden und endlich unsere wohlverdienten Nudeln mampfen konnten.

 

 

Früh morgens gings dann los zum Gipfel. Leider nicht über den Rauhen Kamm weil meine Rippen nicht mitspielten, aber der Aufstieg über den alten Weg bis zum Riffelsattel und von dort weiter über das Ötscher Schutzhaus und den Hüttenkogel bis zum Gipfel ist auch nicht zu verachten.

 

 

Der Aufstieg war zwar nur halb so lang und hart wie der Ötscherpenis, aber trotzdem spannend 😉 und das bei herrlichster Sonnenbestrahlung. Ein schönes Kunstwerk, wirklich gut aus dem Holz herausgearbeitet und echt stabil aufgebaut. Wir sind gespannt, ob er den Winter überlebt. Auf jeden Fall ist´s phänomenal welche Reaktionen so ein Phallusteil bei den vorbeikommenden Wanderern auslöst. Von blöden Sprüchen über abtatschen und umklammern bis hin zu verschämten vorbeigehen, es ist wirklich alles dabei 🙂

 

 

Wir stapften dann noch am Gipfelkreuz vorbei durch den Schnee rüber zum vorderern Gipfel, wo wir den berauschenden Ausblick ins Tal genossen.

 

 

Nach kurzer Rast ging es dann bei aufkommenden Wind wieder talwärts, wo uns schon unser Camper erwartete um mit uns an den Lunzer See zum Abendschmaus zu düsen.

 

 

Ein feines Wochenende, das durchaus nach einer Wiederholung ruft und zwar ganz laut. Besonders wenn so groooßartig überwältigende Kunsteinflüsse am Outdoor-Action-Programm stehen.
Weitere Phallusbegegnungen der besonderen Art, könnt ihr übrigens per Smartphone auf Instagram unter dem Hashtag #ötscherpenis mitverfolgen. Wir wünschen euch viel Spaß 🙂

 

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